Wahrnehmungsapparatur – eine performative Rauminstallation in der Bildungswerkstatt

Im Rahmen des Programms „Curriculum 4.0 NRW“ des Stifterverbandes nutzt der Studiengang „Kindheitspädagogik und Familienbildung“ der TH Köln die Möglichkeit, Artists in Residence an die Hochschule einzuladen. Neben didaktischen, pädagogischen, humanwissenschaftlichen und gesellschaftstheoretischen Zugängen zu Digitalität sollen auf diese Weise auch künstlerische Ansätze und Perspektiven zur Geltung kommen.

Wahrnehmungsapparatur – Das  Künstlerinnenduo Yoshie  Shibahara  und Tessa  Knapp  erforscht in einer Laborsituation das Sehen und Hören. Begleitet von  einer  digitalen  Sprachassistenz  entwickeln  sie  durch  den  Einsatz von Licht, Klang, Stimme und bewegter Architektur eine performative Rauminstallation, bei der eine Wahrnehmungsdramaturgie zwischen Analogem und Digitalem entsteht.

Die Performance findet im Rahmen des Projektes »Kooperative Entwicklung einer handlungsfelderübergreifenden Digitalisierungsstrategie „On-the-Fly“ zum Curriculum 4.0 im Studiengang Kindheitspädagogik und Familienbildung« (KiFab C 4.0) statt.

Termine: 12. und 13. Mai im Sommersemester 2023

Ort: Fakultät 01 in der Bildungswerkstatt, Ubierring 48, 50678 Köln

Beginn: 19 Uhr

Teilnahme: Keine Anmeldung erforderlich.

Weitere Infos unter: https://kifab-c4.web.th-koeln.de/tessa-knapp/

Einladungs-Poster

Tessa Knapp

Seit dem Sommersemster 2022 arbeitet Tessa Knapp als Residenz-künstlerin in der Bildungswerkstatt.

Mit gespannter Vorfreude können hier erste Eindrücke gesammelt werden:

Foto von Tessa Knapp auf dem sie eine Sprachbox um den Hals trägt
Foto-Courtesy: Foto Anna Gala, Copyright by Very Contemporary 2022 and Kunsthaus NRW 2022

Reasons and arguments to preserve some analogue practices in the University digital age

Ein Englischsprachiger Vortrag von Bianca Thoilliez Ruano (Profesora Contratada Doctora, Departmento de Pedagogia, Universidad Autónoma de Madrid, Facultad de Formación de Profesorado y Educatión)

Wann? 28. November 2022 von 15:45 Uhr bis 17:15 Uhr

Wo? Hybrid

Anmeldung: Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Hinweis: Bei dem Kolloquium 4.0 wird der Vortrag aufgezeichnet, aber nicht die anschließende Diskussion.

Abstract zum Vortrag

Our ways of thinking and writing are mediated and traversed by the technological means that we use. The teaching and study activities that take place in the university context have not been, nor are they now, outside this defining mediation of technologies. However, is there a point where some technologies may be defining our university practices in such a way as to change them to the point of making them unrecognizable? On this occasion I will propose a series of reasons and arguments, based on a careful reading of empirical evidence produced in the field of educational sciences, why it may be convenient to preserve some analogue practices in the midst of the university digital era in that we live (if we want the University to continue fulfilling and expanding the purposes that give its meaning and significance).

Fachtag 01.07.2022

Familie & Familienbildung im Kontext von Digitalität & Digitalisierung

Am 01.07.2022 trafen sich ca. 60 Studierende, Dozent*innen, Fachkolleg*innen und Fachvertreter*innen in Präsenz am Ubierring und als Onlineteilnehmende zu einem hybriden Fachtag der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften, zu dem Studierende des Lehr-forschungsseminars „Familie und Familienbildung im Kontext von Digitalität & Digitalisierung“ im Studiengang Pädagogik der Kindheit und Familienbildung zusammen mit Prof. Dr. Ute Müller-Giebeler und Michaela Zufacher M.A. eingeladen hatten.

Der Fachtag stand zugleich im Kontext des Projektes „Digitalisierung ‚On-the-Fly‘ zum Curriculum 4.0“ im BA Kindheitspädagogik und Familienbildung (bisher: Pädagogik der Kindheit und Familienbildung) und der Veranstaltungsreihe „Hochschule-Praxis-Dialog Familien-bildung“ an der Fakultät 01.

Die Teilnehmer*innengruppe  setzte sich zusammen aus Vertreter*innen von Wissenschaft und Fachpraxis, von  anderen Hochschulen und  Ausbildungseinrichtungen, von der TH Köln sowie der Familienbildungslandschaft in NRW. Durch die Möglichkeit, online interaktiv teilzunehmen, befanden sich aber auch Teilnehmer*innen aus anderen Bundesländern und von der Bundesverbandsebene unter den Gästen.

Thema des Tages waren Digitalität und Digitalisierung bezogen auf Familien und Familienbildung. Insbesondere ging es darum, die Zwischenergebnisse eines zweisemestrigen Lehrforschungsprojektes an der Fakultät 01 vorzustellen.  Studierende hatten in Begleitung von Ute Müller-Giebeler und Michaela Zufacher zwei Semester lang unter dem Titel „Emanzipatorische Familienbildung im ‚Digitalen Raum‘…“ im Rahmen eines  Forschungsprojekts zur Frage nach ‚Digitalität‘ im Kontext von Familienbildung verschiedene Facetten der Thematik erkundet und empirische Daten erhoben.

Das Thema des Fachtages wurde am Vormittag zunächst entfaltet von Dr. Susanne Eggert, der stellvertretenden Abteilungsleitung für Forschung am JFF, dem Institut für Medienpädagogik, in München. Titel ihres Vortrages war: „Familien unterwegs im digitalen Raum – Eltern- und Familienbildung neu gedacht?“ Instruktiv war dabei insbesondere ihr Bericht über die Ergebnisse der umfangreichen vom Jff von 2015 bis 2020 durchgeführten „MoFam“ –Studie (Mobile Medien in der Familie).

Vortrag: Dr. Susanne Eggert, München JFF : „Familien unterwegs im digitalen Raum. Eltern- und Familienbildung neu gedacht“
Der Vortrag ist unterteilt in folgende Abschnitte:
00:00 Einstieg 
00:51 Digitale Familienbildung aus zwei Perspektiven 
02:42 Auswirkungen und Learnings der Pandemie   
05:59 Digitale Medien als Inhalt von Familien(bildung) 
07:17 MoFam Studie
10:31 FaMeMo Studie 
17:26 Digitods
22:23 Drei Haltungen von Eltern zu Medien     
25:51 Drei Haltungen von Eltern zu Medienerziehung
32:38 Zwischenfazit
35:25 Familienbildung mit digitalen Medien
35:56 Funktionen der Kommunikation nach Helen Knauf
41:30 Chancen und Risiken des digitalen Austauschs 
50:33 Zusammenfassung und Fazit

Familien unterwegs im digitalen Raum. Eltern- und Familienbildung neu gedacht, Susanne Eggert, CC BY SA 4.0, TH Köln. Das Video ist lizenziert und kann nur unter den Bedingungen der Lizenz weiter verwendet werden.

Mehr zur Referentin: eggert

Anschließend führten Ute Müller-Giebeler und Michaela Zufacher fachwissenschaftlich und organisatorisch in die Grundlagen des durchgeführten Lehrforschungsprojektes ein. Dies umfasste zunächst eine Klärung der Grundbegriffe „Familie – Bildung- Familienbildung – Digitalität – Digitalisierung – Emanzipation“, dann eine Identifizierung der Anknüpfungspunkte für die Lehrforschung an Theorie, Empirie und Projekte im aktuellen wissenschaftlichen und fachpraktischen Diskurs.

Im Anschluss führten die Studierenden mit kurzen Schlaglichtern auf ihre spezifischen Forschungsfragen, die sich im Spektrum zwischen Medienhandeln in Familien und digitaler Didaktik pädagogisch Handelnder bewegen, in die Zwischenergebnisse ihrer Teilforschungs-projekte am Nachmittag ein.

Einführung in die Lehrforschung „Emanzipatorische Familienbildung im ‚digitalen Raum…“ und Kurzvorstellung der 5 studentischen Forschungsprojekte durch die Studierenden
Der Vortrag ist unterteilt in folgende Abschnitte:
00:00 Einführung
01:30 Auseinandersetzung mit den „Ankerbegriffen“ des Projektes
02:24 Familie
06:03 Bildung
08:12 Familienbildung
09:26 Emanzipatorische Bildung
11:44 Perspektiven eines emanzipatorischen Bildungsbegriffes
14:39 Digitalität und Digitalisierung
16:53 Ausgangsbasis und Anknüpfungspunkte für das Lehrforschungsprojekt
18:15 Innovationsprojekt LAG Familienbildung NRW
21:13 Ausgangsbasis des Lehrforschungsprojektes
34:20 Vorstellung der Studierendenprojekte
37:08 Gruppe 1: Differenzen von Familien im digitalen
37:45 Gruppe 2: Erziehungshandeln im Umgang mit digitalen Medien
38:25 Gruppe 3: Ressourcen und Barrieren im Kontext digitaler Familienbildungsangebote in Familienzentren
39:09 Gruppe 4: Digitalisierung familienbildnerischer Angebote – Didaktische Veränderung mit besonderem Fokus auf Emanzipation 
39:42 Gruppe 5: Teilnahmebereitschaft von Eltern mit Kindern bis 14 Jahren an digitalen Angeboten von familienfördernden Einrichtungen

Familie & Familienbildung im Kontext von Digitalität und Digitalisierung – Ergebnisse eines Lehrforschungsseminars an der TH Köln, Michaela Zufacher und Ute Müller-Giebeler, CC BY SA 4.0, TH Köln. Das Video ist lizenziert und kann nur unter den Bedingungen der Lizenz weiter verwendet werden.

Nach der Mittagspause mit einem vielfach gelobten Buffet wurden die Forschungsposter in den angrenzenden Räumen bzw. online über die Zoomplattform dann vorgestellt und die Zwischenhypothesen lebhaft mit den online oder in Präsenz anwesenden Gästen diskutiert.

Die Veranstalter*innen haben den Austausch auf dem Fachtag als äußerst konstruktiv und auf hohem Niveau erlebt. Das hybride Format hat das Team vor Herausforderungen gestellt, die aber mit Bravour gemeistert wurden – Dank an das Team von KiFab C 4.0,  an das Medienzentrum der Fakultät und unsere studentischen Hilfskräfte! Die Veranstalterinnen freuen sich auf baldige nächste Gelegenheiten, den Diskurs zwischen Wissenschaft, Lehre, Studierenden, Praxisein-richtungen und -verbänden online und in Präsenz fortzuführen.

Ein  Anschlussprojekt in diesem Sinne ist mit Start des Wintersemesters2022/23 bereits angelaufen: Es findet unter dem Titel: „Kritisch-reflexive Professionalität bezogen auf Digitalität und Digitalisierung im Kontext von Arbeitsfeldern der Familienbildung“ als Werkstattseminar mit Studierenden statt, welches sowohl im engen Dialog mit der Praxis steht als auch mit seinen Ergebnissen zur Studiengangsentwicklung der Studienganges Kindheitspädagogik  an der TH im Rahmen des Gesamtprojektes Curriculum 4.0 beitragen soll.

Tanque de Tormentas

Nieves de la Fuente Gutiérrez während ihres digitalen Rundgangs Tanque de Tormentas in der Bildungswerkstatt der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften
Nieves de la Fuente Gutiérrez während ihres digitalen Rundgangs Tanque de Tormentas in der Bildungswerkstatt der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften

Seit März hat Nieves de la Fuente Gutiérez zunächst mit Studierenden gearbeitet und Ihnen im interaktiven Seminarkontext eine erste Einführung in die Handhabung von digitalen Tools gegeben. Anhand dieser Tools konnten Studierende die individuelle Gestaltungen virtueller Landschaften vornehmen und damit Welten erschaffen, betreten und in und durch diese Sie miteinander kommunizieren. Ein Satz, den eine Studierende nachhaltig von Nieves De La Fuente Gutiérrez behielt, war „Alles ist möglich!“. Das Licht ist modifizierbar, in Räumen werden eingefügte Links abgespielt, echte Gegenstände können als 3D-Modell gezeichnet, exportiert und wieder eingefügt werden.

Nach der Begleitung der Seminargruppe, erhielt im Juli dann die gesamte Fakultät einen Einblick in die künstlerische Tätigkeit: Mit Tanque de Tormentas teilt Nieves de la Fuente Gutiérrez ihren Blick in eine virtuelle Welt, in der Sie unter anderem mit biografischen Elementen arbeitet. Den Zuschauenden gewährte Sie hier einen virtuellen Rundgang durch eine eindrucksvoll gestaltete Welt.

Einführende Worte:

Interview zu Tanque de Tormentas, Nieves de la Fuente Gutiérrez, CC BY SA 4.0, TH Köln. Das Video ist lizenziert und kann nur unter den Bedingungen der Lizenz weiter verwendet werden.

Der Rundgang:

Tanque de Tormentas, Nieves de la Fuente Gutiérrez, CC BY SA 4.0, TH Köln. Das Video ist lizenziert und kann nur unter den Bedingungen der Lizenz weiter verwendet werden.

Telefonkonzerte

Darstellung der Installation Telefonkonzerte
TELEFONKONZERTE · Digitale Musikkulturen 2020 · Preis für innovative Konzertformate des NRW-Kultursekretariats (Bild: Rochus Aust)

STELL DIR VOR, ES IST PANDEMIE UND KEINER ZOOMT
Zu Beginn des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020, wurde schnell die Parole „Rufen Sie ihre Lieben an, halten Sie Kontakt per Telefon!“ ausgegeben, um vor allem älteren Angehörigen die Isolation zu erleichtern. Schnell wurde aber die Zoom-Session zum Format der ersten Wahl auserkoren und draußen blieben die, um die es eigentlich ging: die Nichtsovernetzten bzw. die Andersvernetzten.
Dass statistisch jede Zoom-Session länger als nötig dauert, und dass sich eine Kommunikationskultur des Nicht-richtig-aufhören-könnens durch dieses Medium entwickelt hat, beobachten viele mit Sorge, ohne dem Einhalt gebieten zu können. Beim Telefon hingegen sind die Formalita bereits über Dekaden hinweg erprobt und erlernt.

Das Telefon – im besten Falle das echte alte Festnetz – ist immer noch das stabilste und verlässlichste Kommunikationsmittel (ähnlich wie das terrestrische Radio, aber das ist eine andere Geschichte).
Dafür, dass wir in einer Zeit leben, in der jeder mindestens ein Telefon besitzt, telefonieren wir aber erstaunlich selten. Anrufe bekommen wir meist nur von Mama, Oma oder Opa („ich rufe in 2 Minuten zurück“). Das könnte sich im Umgang/Nachgang der Pandemie ändern: denn einerseits schenkt uns die Pandemie Zeit dafür und andererseits ist der akustische Sozialkontakt von vielfach größerer Intensität als jedes zweidimensionale Videobildchen. Außerdem benötigt das Telefonat keinen visuellen Hintergrund und keine räumliche Vorbereitung, sondern nur ein wenig Stille. Es ist immer noch schneller und unmittelbarer.

TELEFONKONZERTE
Das Telefonkonzert funktioniert vordergründig zunächst wie ein Radio-live-Konzert: „Guten Tag liebe Hörer:innen (Hallo Frau/Herr…) sie hören nun ‚Interpret:in‘ mit dem Werk ‚Werkname/Urheber:in‘ live aus dem ‚Konzertort‘. Wir wünschen gute Unterhaltung!“.
Der Unterschied: der/die Interpret:in ist selbst am (Telefon-)Hörer und das Telefonkonzert ist nur für individuelle Telekommunikations-teilnehmer:innen gedacht (ggf. für Mitbewohner:innen falls eine Freisprechanlage vorhanden ist, jedenfalls aber nur für einen Haushalt).
Soweit der kleinste gemeinsame Nenner in Sachen Hygienschutz für Publikum und Akteur:inn:e:n.
Das Telefonkonzert ermöglicht darüberhinaus die Berücksichtigung individuellster Bedürfnisse der Hörenden: in An-, Zwischen- und Abmoderation fungieren die Spielenden gleichzeitig auch als Programm- und Interpreteninformant:inn:en und können damit die Hörenden viel direkter emotional einbinden, als es Konzerte bisher vermochten.

HYBRIDFORMAT TEXT
Die Künstler:innen spielen für und sprechen mit ihrem Publikum. Diese Hybridform aus Gespräch und Musik ermöglicht nicht nur eine spontan modifizierbare Programmgestaltung auf Grund von Hinweisen/Vorlieben der Hörenden, sondern – im besten Falle – auch für die Spielenden ein besseres Kennenlernen des eigenen Publikums und die Annahme von – im besten Falle interessanten – Impulsen.

DOPPELHYBRID TECHNIK
Je nach technischer Ausstattung der Hörenden, können im Vorfeld und/oder Konzertverlauf  vorbereitete und/oder vorproduzierte ‚Add-Ons‘ eingebracht werden: Klänge/Zuspielungen, Bilder/Videos, Atmos, Webseiten, Texte etc. gespielt vom häuslichen Fernseher, PC, Radio, Zweitphone, CD-Player, Kassettenrecorder, Plattenspieler, Grammophon etc.
Damit wird das Telefonkonzert zu einem multimedialen Ereignis, das die singuläre Techniklandschaft der Hörenden in ein Gesamtkunstwerk einbettet.
Nicht zu unterschätzen der technische Support, der vom Spielenden sicherlich im ein oder anderen Falle gewährleistet werden muss. Aber auch hier werden mit dem Barriere-Abbau neue und bislang ungeahnte Verbindungen zwischen Publikum und Interpret:inn:en geknüpft.

Drei Personen stehen im Kreis und spielen auf Blasinstrumenten
v.l.n.r.: Rochus Aust, Verena Barié und Florian Walter (Bild: Fabia Alm)
Ein Saxophon liegt im Vordergrund und dahinter sitzen drei Personen die sich unterhalten
Hybridform aus Gespräch und Musik (Bild: Fabia Alm)

TELEFONKONZERTE · Digitale Musikkulturen 2020 · Preis für innovative Konzertformate des NRW-Kultursekretariats

01.07.2022 – Fachtag im Kontext des Projektes Curriculum 4.0 und des „Hochschule-Praxis-Dialogs Familienbildung“ an der TH Köln

Familie & Familienbildung im Kontext von Digitalität & Digitalisierung
Verantwortliche: 

Michaela Zufacher, Ute Müller-Giebeler, Oksana Kseniya Schulz

Wann?
01.07.2022 von 09:30 Uhr bis 16:00 Uhr

Wo?
Präsenz: Raum 220, Ubierring 48, 50678 Köln
Online: Zoom

Im Rahmen des Projektes
Digitalisierung „On-the-Fly“ zum Curriculum 4.0 im BA Kindheitspädagogik und Familienbildung, + in der Reihe „HS-PR-Dialog Familienbildung“

Referent:innen
Dr. Susanne Eggert, München JFF & Prof. Ute Müller-Giebeler, Michaela Zufacher TH Köln mit Studierenden des Seminars „Emanzipatorische Familienbildung im ‚Digitalen Raum“

Text zur Veranstaltung
Familienalltag ist längst Alltag im Kontext von Digitalität; Familienbildung digitalisiert sich auf allen Ebenen. Ein Lehrforschungsprojekt an der TH Köln geht differenzierten Fragestellungen zu diesem Tatbestand nach: Wie leben Familien mit Apps und Messengerdiensten? Wie sieht Erziehung bezogen auf digitale Medien in Familien aus? Wie integrieren Fachkräfte digitale Medien in ihre Arbeit, welche Barrieren bestehen dabei? Gibt es eine spezifische digitale Didaktik in der Familienbildung; öffnet oder schließt diese Gestaltungspielräume für emanzipatorische Bildung? Was hindert Eltern an der Teilnahme an digitalen Angeboten der Familienbildung, was ermöglicht Ihnen diese?

Am 01.07. möchten wir Ihnen Zwischenergebnisse unseres laufenden Lehrforschungsprojektes „Emanzipatorische Familienbildung im ‚Digitalen Raum“ vorstellen und mit Ihnen diskutieren.

Wir konnten außerdem die im Themenfeld Digitalität, Familie und Familienmedienbildung profilierte Kollegin Dr. Susanne Eggert (stellvertretende Leitung der Abteilung Forschung des Instituts für Medienpädagogik in München) für einen Vortrag gewinnen.

Der Fachtag wird am Freitag von 9:30- 16:00h stattfinden, für Speisen und Getränke wird gesorgt sein.

Die Veranstaltung findet in Präsenz an der TH Köln statt und wird insoweit hybridisiert, dass per Zoom an den Präsentationen teilgenommen werden kann; im Nachhinein wird es eine Dokumentation des Fachtages auf der Homepage der TH Köln geben.

Zeitstruktur

9.30 Uhr Ankommen, Einchecken, Kaffee

10.00 Uhr Begrüßung durch Prof. Dr. Ute Müller-Giebeler und Michaela Zufacher M.A.

10:15 Uhr Vortrag und Diskussion: Dr. Susanne Eggert, München JFF  (Hyperlink: https://www.jff.de/ansprechpersonen/detail/eggert/ )

11:30 Uhr Kaffeepause

11:45 Uhr Prof. Dr. Ute Müller-Giebeler und Michaela Zufacher:
Einführung in die Lehrforschung „Emanzipatorische Familienbildung im digitalen Raum“ und Kurzvorstellung der 5 studentischen Forschungsprojekte durch die Studierenden

12:45 Uhr Mittagspause (Verabschiedung der Online-Teilnehmenden)

13:45 Uhr Rundgänge mit Posterpräsentationen der Studierenden aus den Forschungsgruppen des Lehrforschungsprojektes

15:00 Uhr Kaffeepause

15:15 Uhr Abschluss mit methodischer Sammlung von Perspektiven und Zukunftsthemen in Wissenschaft und Praxis

16:00 Uhr Ausklang, Netzwerkkontakte & Abschluss der Veranstaltung

Hochschuldidaktische Medialität: Soziale Arbeit über Literatur verstehen?

Ein Vortrag von Alexander Ristau (Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsbereich Sozialpädagogische Familienwissenschaften an der Universität Vechta)

Wann? 31. Mai 2022 von 17.30  Uhr bis 19.00 Uhr

Wo? Fakultät 01, Bildungswerkstatt am Ubierring 48, 50678 Köln

Der Vortrag ist unterteilt in folgende Abschnitte:
00:00 Das Verhältnis von Poesie, fiktionaler Literatur und Wissenschaft

Wie stehen sich Poesie, fiktionale Literatur und Wissenschaft gegenüber/zueinander (oder auch nicht gegenüber)?

03:45 Spurensuche: Aus Geschichten lernen

Diskurs zu Wissen/Wahrheit aus literarischen Texten, daraus entstand erziehungswissenschaftliche Biographieforschung, aber weniger bezogen auf Wissen aus der Literatur.

06:35 Wo findet Soziale Arbeit in der Literatur statt?

Wie ist die Soziale Arbeit/sind Sozialarbeiter*innen in der Literatur vertreten? Wenn überhaupt sehr unterschiedlich. Schwierigkeit: „Sozialpädagogisches Handeln ist nicht einfach so als solches zu erkennen“

09:57 Theorie des sozialpädagogischen Diskurses

Wie sind sozialpädagogische Aussagen definiert? „Wann ist eine Aussage sozialpädagogisch?“ Literarische Darstellungsformen können Form von sozialpädagogischen Theorien annehmen.

13:19 Wissenschaftlich Erfassen vs. Ästhetische Bedeutung

Über verschiedene Darstellungsformen einen anderen Zugang zur Welt gewinnen

14:40 Wissen/Wahrheit aus Literatur?

Ungeklärtes Verhältnis, aber „in der Unterschiedlichkeit ernst nehmen“

25:32 Literatur als Reflexionsangebot

Über Literatur eigene subjektive und sozialwissenschaftliche Theorien sichtbar machen

Mehr zum Referenten: Ristau

Abstract zum Vortrag

Das „Lernen aus Geschichten“, wie es bei Baacke/Schulze (u. a. 1993) im Nachtrag der DGFE-Arbeitsgruppe „Wissenschaftliche Erschließung autobiographischer und literarischer Quellen für pädagogische Erkenntnis“ entworfen wurde, gilt als eine Keimzelle erziehungs-wissenschaftlicher Biographieforschung (vgl. Ecarius 2018). In dieser hat sich ein breiter Diskurs um methodologische und methodische Fragen etabliert. Biographien werden in dieser Forschungsrichtung allerdings meist anhand von Interviews oder anderen Datenquellen aus dem Repertoire der qualitativen Sozialforschung in den Blick ge-nommen (vgl. Koller/ Rieger-Ladich 2005). Die Auseinandersetzung mit literarischen Quellen ist hingegen ─ mit vergleichsweise wenigen Ausnahmen (wie z.B. Mollenhauer 2008 oder Oelkers 1985) ─ auf der Strecke geblieben. In jüngster Vergangenheit erfährt die Belletristik (die „schöne Literatur“) in der Sozialen Arbeit eine neue Aufmerksamkeit (wie z.B. Winkler 2022). Streitbar bleibt: warum eigentlich? Die Öffnung zu einem ästhetischen Weltbezug irritiert, insbesondere, wenn eine wissenschaftliche Absicherung des sozialpädagogischen Denkens gefordert wird. Im Vortrag wird gefragt, warum es lohnenswert sein kann, sich in sozialpädagogischen Professionalisierungsprozessen von anderen Quellen als den eigenen Theorien inspirieren, vielleicht sogar provozieren zu lassen.

Nieves de la Fuente Gutiérrez

Seit dem Sommersemester 2021 hat Nieves de la Fuente Gutiérrez als zweite Residenzkünstler*in in der Bildungswerkstatt gestaltend gearbeitet.

Homepage Nieves de la Fuente
Stark digital bearbeitetes Bild von Nieves de la Fuente Gutiérrez
Bild: Nieves de la Fuente Gutiérrez

5 Fragen an Nieves de la Fuente Gutiérrez

Hast du ein bestimmtes Selbstbild von dir als Künstlerin?

Ich möchte mich als Künstlerin sehen, die Forschung und künstlerische Produktion als spielerische Annäherung an Themen nutzt, die mich interessieren. In diesen Spielen kann ich Fragen aus meiner eigenen Perspektive stellen und auf Themen zugreifen, die meine Untersuchungen in den letzten Jahren geleitet haben, wie zum Beispiel die Konstruktion des Territoriums und der Erinnerung.

Wie würdest du dein Weltbild beschreiben?

Ich weiß nicht, wie ich diese Frage in einer Antwort zusammenfassen soll. Ich glaube auch nicht, dass sie sich wesentlich von der unterscheidet, die eine Person meiner Generation und meiner Herkunft haben könnte. Gleichzeitig denke ich, dass es für mich ziemlich schwierig ist, dies zu beantworten, weil sich das Bild der Welt ständig verändert und mit unseren Erfahrungen korreliert, die an sich aktualisierbar sind. Ich vermute, dass diese Störungen in meinem Bild von der Welt der Grund dafür sind, dass ich mich mit bestimmten Themen in persönlichen künstlerischen Projekten auseinandersetzen möchte. Was ich mir für die Zukunft dieses Bildes wünsche, ist, dass es anfängt, mehr mit der Politik der Fürsorge in Einklang zu stehen, so dass sich jeder und alles von ihm repräsentiert fühlen kann.

Hast du einen persönlichen Bildungs-/und Weltenzugang? Wie machst du die Welt für dich erfahrbar?

Auch diese Frage ist für mich recht schwer zu beantworten. In letzter Zeit habe ich mich sehr für immersive Technologien interessiert, die eine andere Art der Überlagerung von Erfahrungsschichten über unsere eigenen implizieren. Ich weiß nicht, ob eine Art und Weise, sich die Welt digital anzueignen (zum Beispiel in Form von 3D-Scans), meine Erfahrung mit ihr bereits verändert haben könnte. Vielleicht kann die Übersetzung von Erfahrungen von einem Medium in ein anderes diese Perspektive verzerren, aber so hatte ich das bisher noch nicht betrachtet.

Medien – welchen Fluch und welchen Segen haben diese virtuellen Welten für dich?

Ich glaube, dass sie, wie alles andere auch, weder einen einzigen Fluch noch einen einzigen Segen mit sich bringen. Virtuelle Welten bringen eine Flut von Folgen oder Störungen auf sozialer Ebene, auf struktureller Ebene, auf politischer Ebene usw. mit sich, die mit der Art und Weise ihrer Konstruktion zu tun haben. Was ich am Virtuellen mag, ist, dass es formbar ist. Die Struktur von Nullen und Einsen oder die Liste von Vektoren, die eine virtuelle Landschaft definiert, kann ich zum Beispiel nach Belieben transformieren, mit viel weniger Arbeit, als wenn ich es analog machen würde. Ich finde das sehr amüsant, aber ich denke, es kann ein Pro und gleichzeitig ein Contra sein, zum Beispiel für Leute, die immer noch nach der Wahrheit im Digitalen suchen.

Was macht es für dich attraktiv, deine Arbeit grade im Hochschulkontext zu teilen?

Ich bin an einer Residenz in der Bildungswerkstatt interessiert, weil sie eine Möglichkeit bietet, miteinander in Kontakt zu kommen. Wie ich schon sagte, gehe ich an Themen, die mich interessieren, auf meine eigene Art heran, die sich von der Art und Weise, wie es in anderen Institutionen gemacht wird, völlig unterscheidet. Deshalb interessiert mich an all dem vor allem der Austausch und der Kontakt mit anderen Arten, Fragen zu stellen.

 

Originaltext:

Do you have a particular self-image of yourself as an artist?

I want to see myself as an artist who uses research and artistic production as playful approaches to topics that interest me. In these games I can pose questions from my own perspective and access issues that have been directing my investigations these last years such as the construction of the territory and memory.

How would you describe your world view?

I don’t know how to summarize this question in one answer. I also don’t think it is quite different from the one that a person of my generation and my origins might have. At the same time, I think it is quite difficult for me to answer this because the image of the world is constantly changing and correlates with our experiences, which are in themselves updatable. I suppose that those disturbances in my image of the world is what makes me want to deal with certain themes in personal artistic projects. What I would like for the future of that image is that it starts to be more in tune with the politics of care so that everyone and everything can feel represented by it.

Do you have a personal approach to education and the world? How do you make the world experienceable for you?

This question is also quite difficult for me to answer. Lately I have been quite interested in immersive technologies, which imply a different way of superimposing layers of experience on top of our own. I don’t know if a way of appropriating the world digitally (in the form of 3D scans, for example) may have already transformed my experience of it. Maybe the translation of experiences from one media to another may distort this perspective, but I had not considered it in this way until now.

Media – which curse and which blessing do these virtual worlds have for you?

I believe that, like everything else, they do not imply a single curse or a single blessing. Virtual worlds bring with them a flood of consequences or disturbances at a social level, at a structural level, at a political level, etc. that have to do with the way in which they are constructed. What I like about the virtual is that it is malleable. The structure of zeros and ones or the list of vectors that defines a virtual landscape, for example, I can transform it at will, with much less work than if I did it in analog. I find this very amusing, but I think it can be a pro and at the same time a con, for example, for people who are still looking for the truth in the digital.

What makes it attractive for you to share your work in a university context?

I am interested ins residency at Bildungswerkstatt because it offers an opportunity to get in touch with each other. As I said before, I approach topics that interest me in my own way, which is totally different from the way it is done in other institutions. Therefore, what interests me most in all this is the exchange and contact with other ways of asking questions.

Digitale Transformation der Sozialtheorie. Ein Forschungsupdate

Ein Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Dr. Steffen Roth (Professur für Management an der Excelia Wirtschaftshochschule La Rochelle, Professur für Sozialwissenschaften an der Kazimieras-Simonavicius-Universität, Gastprofessur an der Universität Witten-Herdecke)

WO? Fakultät 01, Bildungswerkstatt am Ubierring 48, 50678 Köln

WANN? 03. Mai 2022 von 17.30 Uhr bis 19.00 Uhr

Der Vortrag ist unterteilt in folgende Abschnitte:
00:00 Vorstellung, Gliederung und Einstieg Digitale Transformation

„wir nutzen Computer für alles, außer für das eigentliche Computer-Ding“ (Programmieren)
 Wie nähern wir uns Digitalisierung? Was sind Tabellen?

11:25 binäre Übersetzungen

Digitale Transformation durch Tabellen/Matrix; eine binäre Übersetzung setzt die Tabelle voraus. Binäre Übersetzungen vor dem Computer in Form von Lochkarten. Auch Bildschirme sind Tabellen.

18:45 Wahre und falsche Unterscheidungen

„wir müssen unterscheiden, um zu bezeichnen“ Wahre Unterscheidungen schließen sich gegenseitig aus. In der Kombination von Unterscheidungen entstehen „Fenster zur Welt“ und treten auch in Form von Managementtools auf.

34:20 Ein Dilemma mit dem Tetralemma lösen

Dilemma tritt nur auf, wenn es keine wahre Unterscheidung ist. In der Erweiterung auf das Tetralemma können wahre Unterscheidungen durchgeführt werden und dadurch ein Dilemma gelöst werden. (es sind wieder/immer noch Tabellen)

42:30 Leitunterscheidungen, Elektrifizierung und digitales Denken

Was sind die Leitunterscheidungen in der Sozialtheorie?Sind die Unterscheidungen der Gegenwart auf wahren Unterscheidungen aufgebaut? Wichtige Unterscheidung zwischen Elektrifizierung und Digitalisierung, Elektrifizierung ohne Digitalisierungohne problematisch.„Digitales Denken ist Denken in Alternativen“

Mehr zum Referenten: derroth.com

ABSTRACT ZUM VORTRAG

Gegenstand des Vortrags ist ein Grundgerüst einer digital transfor-mierten Sozialtheorie. Die zunehmende Bedeutung von Computer-technologie und digitaler Information hat sozialwissenschaftliche Forschungsprozesse revolutioniert und beachtliche Methoden-innovationen angeregt. Dabei zeigt sich, dass uns die digitale Transformation von Gesellschaft und Sozialforschung nicht nur neue Themenfelder und immer grössere Datensätze erschliesst, an denen sich traditionelle, «analoge» Sozialtheorien abarbeiten können, sondern dass diese Entwicklungen auch die Möglichkeit und Notwendig dezidiert digitaler Formen von Sozialtheorie begründen. Vor diesem Hintergrund zeigt Prof. Roth zunächst, dass jedwede Form von Digitalität auf binären Unterscheidungen basiert. Da sich jedwede Theorie auf Wahrheit bezieht, muss jede Form von digitaler Theorie mit dem Unterschied von wahren und falschen Unterscheidungen operieren. Auf dieser Grundlage lässt sich zeigen, dass und wie matrix-förmige Theoriearchitekturen bestehend aus wahren Unterscheidungen die Komplexität analoger Sozialtheorien systematisch reduzieren und entfalten können. Im Ergebnis dieser Demonstration steht die Idee eines Supervacuus, einer im besten Sinne inhaltsleeren The- oriearchitektur, deren einzige Prämisse die Unterscheidung (von wahren und falschen Unterscheidungen) ist, und die just deshalb alle analogen Theorieprogramme emulieren kann. Ein derart digital transformiertes Theorieprogramm dürfte sich als besonders nützlich für Beobachtungen der digitalen Transformation von Gesellschaft erweisen.